Missbrauch im Sport - Vertuschen und verschweigen
Wolfgang D. galt als engagierter Sportsmann. Er war Nachwuchstrainer und Betreuer des örtlichen Judoklubs in Passau und bei Auswärtsturnieren immer gerne bereit, die Kinder zu fahren. „Ein wirklich hilfsbereiter Mensch“, wie es im Verein hieß. Ein schwerwiegender Irrtum mit schockierenden Folgen: Der Übungsleiter steht für einen der gravierendsten Fälle von sexuellem Missbrauch im Sport.
Weil er sich innerhalb von 15 Jahren in 211 nachgewiesenen Fällen an acht Jungen und einem Mädchen verging, wurde er im Januar zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Obwohl bereits lange zuvor durch frühere Ermittlungsverfahren und eine Bewährungsstrafe klare Anhaltspunkte vorlagen, wurde er dennoch vom Verein weiter als Judotrainer für die Kinder eingesetzt. Der Vorsitzende Richter sprach bei seiner Anklage nur von einer „Spitze des Eisbergs“.
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