Mediziner: Viele europäische Stadien nicht auf Herzinfarkt eingestellt

2010 03.03
Verstoß melden! Autor: (AFP), Recht / Steuern - Sonstiges
London — Europäische Sportmediziner kritisieren die Nachlässigkeit großer Fußballstadien für den Fall eines Herzinfarktes. Von 187 Stadien in zehn Ländern habe mehr als ein Viertel kein Elektroschockgerät gegen lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen, stellten drei Ärzte in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Fachzeitschrift "European Heart Journal" fest. In drei Viertel der Vereine seien die Mitarbeiter nicht einmal in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult. Es müsse "dringend" dafür gesorgt werden, dass die Sicherheit von Spielern und Zuschauern besser werde, forderte der schwedische Mannschaftsarzt Mats Borjesson, der die Studie leitete.

Wenn die Vereine nicht besser ausgestattet seien, dann aus Nachlässigkeit und nicht aus Geldmangel, kritisierte der Mediziner. Fußball sei der beliebteste Sport in Europa, und dementsprechend gute Finanzen hätten die Clubs. An Orten, an denen andere Sportarten ausgetragen werden, sei die Lage wohl noch schlechter, stellte Borjesson fest. Die Ärzte werteten die Stadien aus, in denen 190 Vereine in der Saison 2005/2006 spielten, unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Schweden, Österreich und Italien. Der Untersuchung zufolge erlitt in diesem Zeitraum kein Spieler einen Herzinfarkt - aber 77 Zuschauer. Vor allem ältere Menschen könnten sich bei einem Spiel so aufregen, dass sie einen Herzinfarkt bekämen, warnten die Sportmediziner.


 
 

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