Der Neonazi von nebenan
Sie sind in Sportvereinen und in Stadträten: Wie Rechten versuchen, in die Mitte der Gesellschaft zu drängen.
Es war 2005, kurz nach dem Amtsantritt von Werner Bornkessel in Laucha (Burgenlandkreis). Das Städtchen an der Unstrut feierte Heimatfest, erinnert sich der parteilose Bürgermeister. Eine israelische Tanzgruppe war zu Gast. Und plötzlich hingen da einige dieser Plakate, "Gegen Krieg und Gewalt", so etwas in der Art stand darauf.
Nichts Anstößiges, konnte man meinen. Angesichts der Gäste aus Israel konnte man die Plakate aber auch lesen als Kritik am Vorgehen des Landes im Nahost-Konflikt. "Das war nichts Rassistisches", sagt Bornkessel, der sich noch heute darüber ärgert, "aber es war eine indirekte Art der Provokation."
Umgehend ließ der Bürgermeister die Transparente vom Bauhof entfernen. "Für mich war eine Grenze überschritten." Als Urheber vermutete er Lutz Battke. Der Bezirks-Schornsteinfegermeister saß damals noch für seinen Sportverein, den BSC 99 Laucha, im Stadtrat. Dort sprach Bornkessel ihm seine Missbilligung aus. "Seitdem ignoriert er mich."
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